Retouren effizient zu managen gehört zu den größten Herausforderungen im E-Commerce, besonders in der Fashionbranche. Doch was, wenn sich aufwendige, manuelle Prozesse drastisch reduzieren lassen? Dieser Artikel zeigt, wie moderne Taschensysteme Retouren deutlich schneller wieder verkaufsbereit machen, Prozessschritte minimieren und den Weg in Richtung automatisierter „Zero-Touch“-Logistik ebnen.
Das Retourenmanagement ist im E-Commerce und dabei insbesondere in der Fashion-Branche eine zentrale Herausforderung in der Gestaltung von Logistikprozessen. Hohe Rücksendequoten stellen Betreiber vor die Aufgabe, retournierte Waren nicht nur schnell zu prüfen und aufzuarbeiten, sondern sie anschließend effizient und wirtschaftlich für den Wiederverkauf bereitzustellen.
In vielen Logistikzentren werden wiederverkaufsfähige Retouren nach der Qualifizierung in gemischten Behältern eingelagert. Dieses etablierte Verfahren ist mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden. So entsteht beim anschließenden Picking ein hoher Suchaufwand, um den passenden Artikel im Behälter zu finden. Außerdem muss die Anzahl der Artikel pro Behälter für den Suchvorgang begrenzt werden und eine Durchmischung verschiedener Artikel gewährleistet sein. Diese Prozessgestaltung führt in vielen Fällen dazu, dass eine Retoure viermal angefasst werden muss: bei der Einlagerung, bei der Kommissionierung, bei der Aufgabe in ein Sortiersystem und beim Verpacken. Dabei führen insbesondere die aufwändigen Prozesse für Einlagerung und Kommissionierung zu Produktivitätseinbußen.
Für diese Herausforderungen bieten Taschensysteme eine hocheffiziente Lösung: Wiederverkaufsfähige Retouren werden in eine Tasche aufgegeben und in einem dynamischen Puffer (ein automatisierter Lagerplatz für Taschen) zwischengelagert. Das Beladen der einzelnen Tasche kann dabei entweder manuell oder automatisch von den Bearbeitungsplätzen für Retoure erfolgen.

Wenn nun ein Kundenauftrag den entsprechenden Artikel aus dem dynamischen Puffer benötigt, wird dieser bevorzugt zur Auftragserfüllung genutzt und vollautomatisch ausgelagert. Anschließend wird die Tasche dem automatischen Sortierprozess zugeführt, um die Retoure mit den anderen Artikeln des Auftrags zusammenzuführen. Der nächste manuelle Prozessschritt erfolgt erst beim Verpacken. Alternativ kann auch dieser Schritt durch die Kombination unserer AutoPocket mit einer Verpackungsmaschine vollautomatisiert werden.
Somit wird durch ein Taschensystem die Anzahl der manuellen Prozessschritte von Einlagerung bis Verpackung erheblich reduziert. Statt drei bis vier manuelle Interaktionen mit dem Artikel in traditionellen Systemen, werden Retouren im Taschensystem üblicherweise maximal zweimal angefasst.

Durch zusätzliche Automatisierungsschritte kann nach der Retourenaufbereitung sogar komplett auf manuelles Handling verzichtet und somit eine Zero-Touch-Lösung realisiert werden. Deshalb vertrauen viele Kunden auf unser Taschensystem, um ihr Retourenmanagement zu vereinfachen und effizienter und zukunftssicherer zu gestalten.

Autorin: Eva Rudolf – Team Lead Product Management Research & Development Product Management